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Bundesheer trainierte im Tennengau Massenevakuierung
Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil beobachtete die Übung Foto: APA (BUNDESHEER)

200 Menschen sind von Hochwasser bedroht und müssen evakuiert werden. Das war die Annahme für eine Katastrophenschutzübung des Bundesheeres am Freitag in Salzburg. Rund 250 Soldaten waren mit 15 Luftfahrzeugen im Einsatz. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Landeshauptmann Wilfried Haslauer beobachteten die Übung in und um Adnet im Tennengau.

Nach tagelangem Starkregen und einem Murenabgang warteten Hunderte zu Evakuierende auf Dächern von im Hochwasser versunkenen Gebäuden und Autos auf Rettung. Mit diesem Szenario waren die Einsatzkräfte im Rahmen der Übungsaktion "Hilfe aus der Luft 2017" konfrontiert. Das Bundesheer rückte mit schwerem Gerät an - Hubschrauber der Typen S70 "Black Hawk", Agusta Bell 212, Alouette III und Bell OH-58 "Kiowa" starteten und landeten während der Übung fast im Minutentakt oder ließen Einsatzkräfte am Seil hinunter, um die Menschen aus Notsituationen zu bergen. Zudem waren auch zahlreiche Räderfahrzeugen unterwegs.

Auch die Flugpolizei, die Feuerwehr Hallein, das Rote Kreuz und die Gemeinde Adnet waren in die Übung eingebunden. Unter anderem standen eine Windenbergung vom Dach eines überfluteten Hauses, von einer Insel sowie Kfz-Bergungen und die Rettung von in einem Keller eingeschlossenen Personen auf dem dichten Programm.

Das sei das Schwierige an einem solchen Einsatz, erklärte Thomas Straßer, Einsatzpilot und Mitglied des Einsatzstabs: "Die zahlreichen Schadstellen, die von vielen Hubschraubern auf relativ kleinem Raum gleichzeitig angeflogen werden müssen. Die höhenmäßige Staffelung der Hubschrauber mit sehr vielen Hindernissen, da muss ganz eng koordiniert werden. Die Situational Awareness ist für die Piloten dann eine besondere Herausforderung - man muss alle äußeren Einflüsse und Ereignisse im Griff haben und trotzdem den Hubschrauber steuern."

Draußen mit dabei waren auch zahlreiche Schaulustige aus der Umgebung, die gespannt die Ereignisse mitverfolgten und fotografierten. Drinnen wurde währenddessen emsig geplant, beobachtet und gefunkt: Im ersten Stock der Hauptschule von Adnet war die "Einsatzzentrale" aufgebaut. Luftbilder der Region und Pläne hingen an den Wänden, ein Live-Video des Gebietes aus der Vogelperspektive zeigte, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wurde. Von dieser Zentrale aus wurden sämtliche Fluggeräte, Fahrzeuge und Helfer koordiniert und so rasch wie möglich dorthin beordert, wo sie gebraucht wurden.

"Keiner kann sagen, wo die nächste Katastrophe passiert. Aber sie kommt. Wir können sie nicht verhindern, aber wir können vorbereitet sein", hielt Adnets Bürgermeister Wolfgang Auer (ÖVP) zu Beginn der Übung fest. "Das ist keine Show, keine Vorführung, sondern ein Einsatz. In der Luft gibt es keine Übung." Da es sich um einen Alarmeinsatz handelte, erhielten die Crews der Hubschrauber keine vorherige Einweisung in die Lage.

Verteidigungsminister Doskozil lobte alle Beteiligten, nachdem die Übung erfolgreich beendet worden war und bezeichnete Katastrophenschutz sowie Luftkompetenz als "Kernaufgaben des Bundesheeres". "Bundesheer und zivile Einsatzkräfte müssen gut zusammenwirken, damit für die Bevölkerung die bestmögliche Sicherung gewährleistet ist. Genau für solche Einsätze wie heute ist das Bundesheer wichtig."

Im Rahmen eines Investitionsprogramms des Heeres wird es u. a. einen neuen Mehrzweckhubschrauber und beim Black Hawk ein Avionik-Update geben. Als sinnvoll erachtete Doskozil außerdem die Anschaffung zusätzlicher Black-Hawk-Hubschrauber, da diese eine besonders hohe Transportkapazität aufweisen. Ob diese kommen, "werden weitere Gespräche ergeben", so Doskozil.

Das Heer ist im Katastropheneinsatz immer wieder gefordert. Laut Verteidigungsministerium wurden die Streitkräfte im Vorjahr 19 Mal zu Hilfe gerufen, wenn es um die Bewältigung von Naturereignissen ging. Das machte insgesamt 53.000 Arbeitsstunden von 512 Soldaten aus. Die Heerespiloten flogen knapp 240 Stunden für die Katastrophenhilfe. Dabei wurden 34 Windenbergungen durchgeführt, 852 Personen und rund 482 Tonnen Material transportiert.

19.05.2017 22:15 Uhr
(Quelle: APA | pat | APA)

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